Vika Kirchenbauer

Jahr: 2015

Länge: 13:11 Min.

Format: 16:9

Spezifikation: Farbe, Ton, 3D

Courtesy: Die Künstlerin

 

Gleich zu Beginn der Arbeit werden die Zuschauer*innen dazu eingeladen, in eine »Erlebniswelt« einzutauchen, einen immersiven, geschützten Raum, der ein Erlebnis der Zugehörigkeit verspricht. Gemäß der Theorie zur »Erlebnisökonomie« (Experience Economy) preisen sich die Figuren in Vika Kirchenbauers Arbeit den Zuschauer*innen an, als Katalysatoren beim Ausleben von auch außerhalb gesellschaftlicher Normen liegenden Sehnsüchten und Fantasien zu fungieren. In wechselnden Konstellationen auftretend bieten fünf Performer*innen den Zuschauer*innen vordergründig die Teilhabe an einer queeren Subkultur innerhalb eines institutionalisierten Ausstellungskontextes an. Doch anstatt dass eine Situation kreiert wird, in der die präsentierten Bilder aus sicherer Distanz konsumiert werden können, finden sich die Zuschauer*innen in die Lage versetzt, mit der Präsenz von fremden Körpern tatsächlich umgehen zu müssen. Denn in 3D projiziert werden die Performer*innen – wenngleich virtuell – als räumlich nahe erlebt. Dabei richten sich sowohl die Blicke als auch die Behauptungen direkt an die Zuschauenden: hinter ihrer toleranten Fassade seien sie im Grunde verbohrte Langweiler*innen. Durch das verkehrte Blickverhältnis derart adressiert werden die Zuschauer*innen bezüglich ihres internalisierten Konsens über Formen der Genderkritik in der Praxis herausgefordert. Ungeklärt bleibt jedoch, ob das Ausstellen von marginalisierten Positionen im Kontext der Kunst diese wirklich inkludiert oder ob diese erneut den exotisierenden Blicken preisgegeben werden und vielmehr dazu dienen, bereits existierende Hierarchien zu verstärken. So wird in YOU ARE BORING! zusätzlich zur Thematik der Präsentation und Rezeption queerer Körperbilder die Ökonomisierung von subkulturellen Erlebnissen in der Kunst durchgespielt.

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