Moira Zoitl

Jahr: 2015

Länge: 20:00 Min.

Format: 16:9

Spezifikationen: Farbe, Ton, Einkanalvideo

Courtesy: Die Künstlerin

 

Eine Stadt inmitten einer malerischen Berglandschaft: Salzburg im Jahre 1825. Das detailreiche Stadtpanorama von Johann Michael Sattler (1786-1847) lässt die Betrachter*innen in das Österreich des 19. Jahrhunderts eintauchen. In der Arbeit Außer Sichtweite – ganz nah der österreichischen Installations- und Videokünstlerin Moira Zoitl werden Verkäufer*innen der Zeitung »Apropos« als Teil dieses Gemäldes inszeniert. Während die Personen unterschiedlicher Herkunft möglichst regungslos vor dem Werk stehen, hören wir ihre Stimmen als Voice-Over über ihre Erfahrungen mit und ihre Vorstellungen von Arbeit sprechen. Sie berichten vom Verlust der Arbeitsstelle, vom Leben als Wirtschaftsflüchtling oder von der gesellschaftlichen Stellung der Straßenzeitungsverkäufer*innen. Die Protagonist*innen werden jeweils einmal in Kleidung aus der Zeit Sattlers und einmal in zeitgenössischer Alltagskleidung gezeigt. Dabei entstehen verschiedene Porträts vor dem Hintergrund der österreichischen Landschaft. Die Verbindung der einzelnen Erzählungen und Personen, die gemeinsame Tätigkeit für »Apropos«, wird am Ende des Films in Form eines Tableau Vivants visualisiert.
Es scheint ein Spiel mit Gegensätzen zu sein: Vergangenheit und Gegenwart, das statische Medium der Malerei und das Bewegtbild, Kostüme des 19. Jahrhunderts und die zeitgenössische Arbeitskleidung. Diese Gegensätzlichkeit führt der Titel der Arbeit fort: Außer Sichtweite – ganz nah. Manche Dinge und manche Menschen scheinen außer Sichtweite, abseits der Bevölkerung, und sind dennoch ganz nah. Das Arbeiten wird zu einer überzeitlichen Thematik und ob Straßenzeitungsverkäufer*innen oder berühmte Maler*innen, am Ende scheint eines entscheidend: »Ich fühle mich glücklich und das ist wohl das Wichtigste im Leben.« (Lara Legeland)

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