Jasmina Cibic

Jahr: 2015

Länge: 06:43 Min.

Format: 16:9

Spezifikationen: Farbe, Ton, Einkanalvideo

Courtesy: Die Künstlerin

 

In dem Kurzfilm The Pavilion rekonstruiert Jasmina Cibic den von Dragiša Brašovan entworfenen Pavillon des Königreichs Jugoslawien zur Weltausstellung 1929 in Barcelona, um insbesondere anhand seiner Fassade Fragen nach dem Zusammenhang von Ästhetik und Politik zu verhandeln.

Während fünf hell gekleidete Frauen ein Modell des Pavillons zusammenfügen, ist eine Frauenstimme im Voice-Over zu hören, welche die Rechercheergebnisse der Künstlerin zu dieser Architektur referiert. Der Mangel an Informationen über das nachgebaute Werk veranlasste die Künstlerin, es mit zwei vergleichbaren Beispielen mit ähnlichem Design zu verbinden: das Konzept für die Wohnung Josephine Bakers von Adolf Loos und die von Norman Wilkinson entworfene Camouflage britischer Militärschiffe. So werden im Film drei scheinbar unverbundene Objekte zueinander in Bezug gesetzt.

Das schwarz-weiße Streifenmuster wird zum zentralen und repräsentativen Element, welches jedoch die Fähigkeit hat, zu täuschen. Der optische Trick lässt Dinge höher und/oder breiter erscheinen und ihre Position lässt sich schwerer deuten. Diese den Zuschauenden über die Sprecherin im Film vermittelten Erläuterungen zusammen mit den gegebenen Informationen über die Vorfälle der Ausstellung in Barcelona (1929) werden die Zuschauenden direkt zum Überdenken der gegebenen Informationen gebracht. Wie erobert Politik das Szenario der Architektur, um somit ihre Macht zu zeigen? Die Verbindung von Politik und der visuellen Ausformung ihrer Macht wird in diesem Werk in Frage gestellt. Cibics Kurzfilm bietet ein anschauliches Beispiel für die enge Verbindung von Politik, Macht und Kunst – und sucht damit die Zuschauenden zu ermutigen, die vorgestellten Objekte in Frage zu stellen. (Natalia Cena Wernicke)

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