Benjamin Ramírez Pérez

Jahr: 2016

Länge: 07:50 Min.

Format: 16:9

Spezifikationen: Farbe, Ton, Einkanalvideo

Courtesy: Der Künstler

 

Ein Filmklassiker der 1970er Jahre trifft auf die Pop-Diva des 21. Jahrhunderts Beyoncé. In Embellishments werden Szenen aus dem Thriller Die Ermordung eines chinesischen Buchmachers (1976) von John Cassavetes und Aufnahmen von Beyoncés Live-Performances zu ihrem Lied »Drunk in Love« nachgestellt und neu zusammengefügt, kreiert Benjamin Ramírez Pérez eine Symbiose zweier Elemente. Die Film-Szenerie zeigt ein in Rot getauchtes Etablissement nach Ladenschluss, im Hintergrund hört man Beyoncés Lied. Auf der Bühne, die ihrer Ausstattung nach Cassavetes‘ Film entlehnt ist, erscheint die Performerin Liad Hussein Kantorowicz in blonder Perücke und grell geschminkt und beginnt, die Tanzbewegungen von Beyoncé nachzuahmen. Immer wieder verstummt die Musik während ihrer Darbietung, was die Akteurin jedoch nicht von ihrer Performance abhält. Mit aufreizenden Posen umtanzt die Frau einen Stuhl, macht erregende Bewegungen, stellt sich zur Schau. Die Kamera nimmt jede Bewegung auf, gibt tiefe Einblicke zwischen ihre Beine und auf ihren Hintern. Die Posen und Gesten von Beyoncés Live-Performance verschmelzen hier mit dem Setting des erotischen Kabaretts aus Cassavetes‘ Spielfilm. Ramírez Pérez vermischt in seiner Arbeit Pop-Performance und Kabarett, um so zu zeigen, dass es vielleicht gar keinen so großen Unterschied zwischen diesen beiden gibt. Vielleicht ist es sogar Beyoncé, die sich aufreizender darstellt, als die Tänzerin in Cassavetes‘ Film. Warum werden also manche Darstellungen weiblicher Sexualität gesellschaftlich toleriert, andere dagegen eher marginalisiert oder als Sexarbeit stigmatisiert? (Alina Di Buó)

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